Aktuelles

Für die Energiewende 2050 und gegen Graustrom

Photovoltaikanlage Bärihuus

Bärihuus mit Photovoltaikanlage und Solarzellen für die Kombiheizung Sonne / Holz

Die Energiestrategie 2050 lädt zu mehr Mut, Eigenverantwortung, Kreativität, Innovation, Umdenken beim Stromverbrauch und letztlich zur fossilen Unabhängigkeit in der Schweiz ein.

bulb   Die Energiestrategie sichert Investitionen und fördert Innovation und Wachstum in der Schweiz.

factory   Die Energiestrategie garantiert eine saubere und zuverlässige Versorgung mit Schweizer Energie.

energycross   Die Kosten für die Energiestrategie sind tragbar und bezahlbar.

piggybank   Die Energiestrategie löst die Schweiz langfristig aus der fossilen Auslandabhängigkeit.

Der Verein „Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050“ unterstützt die Energiewende über die am 21. Mai 2017 abgestimmt wird. (https://es2050.ch/de/)

Zusatz: Vor diesem Hintergrund erstaunt die Tatsache, dass die Elektragenossenschaft Siglistorf- Wislikofen-Mellstorf sich an ihrer GV im April 2017 gegen die Förderung erneuerbarer Energien und für den Einkauf von Graustrom zu Billigpreisen bis ins Jahr 2020 entschieden hatte. Von 41 Anwesenden inkl. Vorstand wünschen nur gerade mal 5 Personen grünen Strom. Ein Armutszeugnis für unser Studenland!

Tierschutz und Tierethik

Am Tierarztkongress 2015 in Basel referierten Theres Germann-Tillmann von der Fachstelle für Tiergestützte Therapie/Pädagogik und Christine Künzli von der Stiftung für das Tier im Recht gemeinsam zum Thema Tiergestützte Interventionen. Im Folgenden die Zusammenfassung mit dem Schwerpunkt: Tierschutz.

Die tiergestützte Therapie aus tierschutzrechtlicher Sicht

MLaw Christine Künzli
Stv. Geschäftsleiterin der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) und Rechtsanwältin, Zürich

Tiere haben einen Eigenwert, der im Umgang mit ihnen beachtet werden muss. Sie dienen dem Menschen somit nicht einfach als blosse Instrumente zur Zweckverwirklichung, sondern ihre Bedürfnisse müssen um ihrer selbst willen geachtet werden. Diese Inhalte werden vom ausdrücklichen Schutz der Tierwürde in der Schweizer Tierschutzgesetzgebung erfasst. Demnach gelten diese Inhalte für sämtliche Personen, die mit Tieren umgehen, als verbindlich und deren Nichtbeachtung wird unter Strafe gestellt. Somit hat ein Halter nicht nur die spezifischen Haltungsvorschriften zu beachten und sein Tier vor Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängsten zu bewahren, sondern hat darüber hinaus dessen Würde zu beachten und zu respektieren.

Gerade im Bereich der tiergestützten Therapie sind die Tiere aber einem erhöhten Belastungsrisiko ihrer Würde ausgesetzt, sei es, dass von Tieren bei Therapieeinsätzen übermässige Leistungen abverlangt oder gänzlich ungeeignete Tiere zu Therapiezwecken eingesetzt werden. Daher kommt den Straftatbeständen der unnötigen Überanstrengung sowie der übermässigen Instrumentalisierung im Bereich der tiergestützten Therapie eine zentrale Rolle zu. Dies gerade auch deshalb, weil das Schweizer Tierschutzrecht bis heute weder spezifische Bestimmungen über die Tiertherapie noch eine entsprechende Ausbildungspflicht für die Halter von Therapietieren vorsieht. Der Halter hat die Grenzen seines Tieres zu erkennen und sein Tier vor übermässigen Belastungen zu schützen, auch wenn diese nicht mit physischen Schmerzen oder Leiden einhergehen. Für Tiere können Therapieeinsätze sehr anstrengend und mit erheblichem Stress verbunden sein, beispielsweise wenn sie stundenlang von Patienten, Kindern oder Pensionären in Beschlag genommen und gestreichelt werden (Bolliger et al., 2008: 313). Bei Anzeichen von übermässigem Stress beim Tier muss ein Therapieeinsatz daher immer abgebrochen werden. Ein Therapieeinsatz sollte immer dem Menschen und dem Tier Freude bereiten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Bedürfnisse des Tieres angemessen berücksichtigt werden.

Eine unnötige Überanstrengung im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG liegt vor, wenn einem Tier Leistungen abverlangt werden, die seine Kräfte übersteigen (Bolliger et al., 2011: 120, mit weiteren Verweisen). Der objektive Umfang der vom Tier geforderten Leistung hat dabei in einem Missverhältnis zu den Kräften des Tieres zu stehen (Goetschel/Bolliger, 2003: 195). Die Leistung kann sowohl eine körperliche (bspw. Zug- oder Kraftleistung) als auch eine physiologische (Milch-, Lege- oder Zuchtleistung etc.) oder psychische (etwa Konzentration oder Lernvermögen) sein (Bolliger et al., 2011: 121). Im Bereich der tiergestützten Therapie kann eine Überanstrengung dann vorliegen, wenn dem Therapietier nicht ausreichend Ruhepausen gewährt werden oder ihm keine Möglichkeit geboten wird, sein arttypisches Verhalten auszuleben. Eine Überanstrengung ist zudem auch gegeben, wenn die verantwortliche Person von einem Tier eine Leistung abverlangt, die es normalerweise zu erbringen imstande ist, der es aber aufgrund seines momentanen Zustands nicht gewachsen ist (Bolliger et al., 2011: 121).

Als übermässige Instrumentalisierung wird hingegen jede belastende Massnahme angesehen, die darauf abzielt, ein Tier ausschliesslich als Instrument des Menschen zu nutzen, ohne seine physischen und psychischen Bedürfnisse zu berücksichtigen (Bolliger et al., 2011: 48 mit weiteren Verweisen). Das Tier wird dabei nicht mehr als Lebewesen um seiner selbst willen wahrgenommen, sondern vorwiegend als Mittel zu menschlichen Zwecken (Bolliger et al., 2011: 48, Camenzind, 2011: 59). Wird ein Tier im Rahmen einer Therapieform also lediglich als Instrument zur angestrebten Zweckerfüllung betrachtet, ohne dass auf die tierlichen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird, liegt eine übermässige Instrumentalisierung vor.

Die Grenzen zwischen Gebrauch und Missbrauch von Tieren zu therapeutischen Zwecken sind fliessend und werden von den Tierschutzgesetzgebungen noch zu wenig umschrieben. Der Schutz der Therapietiere liegt in der Verantwortung des einzelnen Halters, aber auch des nationalen Gesetzgebers. Daher sind strenge Tierschutzbestimmungen und ein konsequenter Vollzug gefordert um diesen Schutz wirklich zu garantieren. In diesem Zusammenhang ist neben konkreten Tierschutzbestimmungen über den Einsatz von Therapietieren eine – zusätzlich zum obligatorischen Sachkundenachweis für die Hundehaltung – Ausbildungspflicht für Halter, die ihre Tiere für Therapiezwecke einsetzen sowie eine Auflistung jener Tierarten, die für therapeutische Zwecke nicht eingesetzt werden dürfen, zu fordern.

Literaturverzeichnis
Bücher

Bolliger, G., Goetschel, A.F., Richner, M., Spring, A. (2008). Tier im Recht transparent. Zürich/Basel/Genf: Schulthess Verlag.

Bolliger, G., Richner, M., Rüttimann, A. (2011). Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis. Schriften zum Tier im Recht, Band 1. Zürich/Basel/Genf: Schulthess Verlag.

Camenzind, S. (2011). Klonen von Tieren – eine ethische Auslegeordnung. Schriften zum Tier im Recht, Band 7. Zürich/Basel/Genf: Schulthess Verlag.

Goetschel, A.F., Bolliger, G. (2003). Das Tier im Recht – 99 Facetten der Mensch-Tier-Beziehung von A bis Z. Zürich: Orell Füssli.